Testbericht: Flysurfer Soul 1 versus Soul 2

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Der Zwang etwas verbessern zu müssen! Dem Kunden das Gefühl suggerieren etwas revolutionäres vollbracht zu haben. Yes, das kann auch nach hinten losgehen. 

Und da ist er: Der neue Flysurfer Soul – wir hatten Bedenken und auch ein wenig Angst. Ein Nachfolgemodell von einem Kite muss nicht immer eine positive Entwicklung sein. Wir haben über die Jahre bei verschiedenen Herstellern auch schon miese Entwicklungen erlebt. Der Soul ist schließlich bereits in der Version 1 ein Top-Kite. Kann die zweite Generation wirklich noch besser sein?

Wir haben den Soul der ersten Generation mit dem Soul 2 in 10qm verglichen. Unsere Eindrücke, die Veränderungen und das Fazit findest du in diesem Blog.

Drohnenaufnahme Flysurfer Soul 1 und Flysurfer Soul 2

Flysurfer Soul - die Matte wird salonfähig

Man muss schon sagen, der erste Soul hat die Matten erst so richtig salonfähig gemacht. Seit dem Jahr 2018 erfreut sich der Kite wachsender Beliebtheit. Mit einem fehler-verzeihenden Flugverhalten hat er die Hürde für ängstliche Tube-KiterInnen genommen. Den Flysurfer Soul als Allround-Kite sieht man an manchen Spots wirklich häufig am Himmel. Ebenso hat es der Soul auch geschafft, das reine Leichtwind-Image der Matten ein wenig in den Hintergrund zu rücken. 

Der Kite ist ein Allrounder, nicht nur in seinem Flugverhalten. Egal ob am Wasser mit TwinTip oder Foil, beim Landkiten mit Mountainboard oder Buggy und natürlich auch beim Snowkiten. Der Soul bedient all diese Bereiche. 

Angenehme Barkräfte und ein sehr rundes Drehverhalten zeichnen den Soul aus. Ebenso kann man ordentlich Leistung und Power generieren, sodass hohe Sprünge mit feiner Hangtime möglich sind.

 

Materialien und Bauweise im Vergleich

Legt man die beiden Souls in 10qm nebeneinander, merkt man auf den ersten Blick keine großen Unterschiede. Man muss schon sehr genau hinsehen, doch dann gibt es sie doch. Beim Flysurfer Soul 2 wurde durchgehend an Ober- und Untersegel das TX-Light Material verbaut. Das Material ist 30% reißfester, wiegt aber 1 Gramm mehr als das Vorgängertuch. 

Warum der neue SOUL trotzdem leichter ist? Bei den Zellzwischenwänden konnte man Material einsparen. Dadurch ist der SOUL unterm Strich leichter als sein Vorgänger. Es sind zwar nur 20g beim 10er und das wird man im Low-Windbereich nicht spüren, aber reißfester und trotzdem geringfügig leichter ist schon mal eine sehr gute Richtung.

An der Kappe vorne kommt wie gewohnt das „Deluxe“ Tuch mit 44g/qm zum Einsatz. Noch ein bisschen langlebiger und reißfester (sollte der Kite mal hart auf Land oder Wasser aufkommen).

An der Anströmkappe haben beide Kites 5 Lufteinlässe. Die Kappe ist etwas steifer geworden. Uns kommt vor, dass sich der Kite dadurch etwas härter an der Bar anfühlt und einen geringfügig sportlicheren Eindruck vermittelt. Die Erklärung dazu ist einfach: die Ripstop-Karos der des Tuchs sind deutlich kleiner und teilweise sogar mit einem doppelten Faden. Dadurch wird das Tuch dehnungsärmer und der Kite direkter.

Im Innenleben hat sich doch einiges verändert. Die Löcher zu den einzelnen Kammern sind größer geworden. Dadurch füllt sich der neue Soul einen Tick schneller und auch beim Zusammenrollen des Kites merkt man, dass die Luft schneller draußen ist.

Die Drain-Outs wurden überarbeitet. Nun sind diese an den Tips im 45 Grad-Winkel abgeschnitten. So kann mehr Wasser schneller aus dem Tip ablaufen, wenn der Kite in der senkrechten Position stehen.

Das Flugverhalten und die Lenkung

Das Flugverhalten eines Kites ist ja irgendwie das Wichtigste. Beim Flugverhalten und an der Bar ist es nicht leicht Unterschiede zu erkennen. 

Ob der neue Soul nun stabiler in den Böen ist, trauen wir uns kaum zu behaupten. Beim direkten Vergleich ist es uns so vorgekommen. Allerdings sind es (wenn überhaupt) wirklich nur Nuancen. Was sich verbessert hat: beim ersten Soul sind seitlich am Windfensterrand manchmal die Tips eingeklappt. Dies ist beim neuen Soul deutlich weniger, da steht er stabiler da. 

In der Drehung sind sich die beiden Kites im Vergleich sehr ähnlich. Ein rundes Drehverhalten, kein Tellern und einen sanften Kraftaufbau. An der Bar fühlt sich der neue Soul in der Lenkung direkter an, dies vermittelt einen sportlicheren Eindruck. 

Was uns zusätzlich aufgefallen ist: die höhere Fluggeschwindigkeit. Der neue Soul war vom Boden (mit Luft gefüllt und in der Powerzone) auf dem Weg in den Zenit (12 Uhr) jedes mal schneller. Auch hier: wenn man nicht direkt in der Sekunde vergleicht wird man kaum einen Unterschied merken. Es kann sich allerdings positiv auf das Sprungverhalten auswirken.

 

Flysurfer Soul: die wichtigsten Updates

Das Material

TX-Light versus X-Light

Das Material TX-Light wiegt 33 Gramm pro Quadratmeter. 1 Gramm mehr als das Vorgängertuch. Laut Flysurfer 30% reißfester. 

Dadurch auch deutlich langlebiger, weniger Schmutzanfällig als das weiße Vorgängertuch und auch ein wenig „steifer“. 

In der Luft

Fluggeschwindigkeit & Lenkung

Im direkten Vergleich der beiden Flysurfer Souls ist der neue 10er einen Tick schneller in der Luft. Eine erhöhte Fluggeschwindigkeit kann sich positiv beim Springen auswirken. Die Unterschiede sind minimal und würden uns ohne den direkten Vergleich wahrscheinlich nicht auffallen. Ebenso fühlt sich der neue Soul an der Bar ein wenig direkter an, dies vermittelt ein sportlicheres Flugverhalten. 

Die inneren Werte

Das Innenleben

Unsichtbar, aber doch wichtig. Die Verbindungen bei den einzelnen Kammern wurden so gestaltet, dass mehr Luft von Kammer zu Kammer gelangen kann. 

Somit füllt sich der neue Soul schneller und auch beim Zusammenpacken spart man sich wertvolle Sekunden. 

Wasser & Schmutz

Drain-Outs

Yes, es kann vorkommen, dass man sich ein wenig Wasser in die Matte schaufelt. Dieses soll nun leichter auslaufen können, die Drainouts wurden in einem 45 Grad Winkel geschnitten. So kann, gerade in der senkrechten Position, mehr Wasser auslaufen. 

"Dadurch, dass wir keine neuen Kites verkaufen müssen, wirst du von uns immer ehrliches und offenes Feedback zu Kites bekommen. Würde ich nur noch einen Kite fahren dürfen, ja dann wäre es, unabhängig von diesem Test, wohl der Soul in 10 Quadratmetern. Solltest du Fragen haben, kannst du dich jederzeit melden."
Teamfoto Olsen
Olsen

Unser Fazit

Wir würden es als gelungenes Update bezeichnen. Es sind kleine, feine Veränderungen passiert die man auf den ersten Blick bzw. das erste Fliegen nicht gleich erkennt. Doch: sie sind da. 

Und dass nicht zu viel verändert wurde, das ist: definitiv gut so. Denn der Flysurfer Soul funktioniert und bedient die für ihn vorgesehenen Bereiche einwandfrei

Also: kein Rückschritt, kein extremer Fortschritt. Der Fokus auf langlebiges Material. Eben ein paar sinnvolle Updates. Soul bleibt Soul. 

Patrick und Olsen von LakeUnited mit Souls in der Hand